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People who work for us, thanks

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Ich war in Hamburg für einen Auftrag.
Eine Frau auf der Straße.
Ein klassisches Street-Porträt – beobachtend, unaufgeregt, mitten im urbanen Raum.

Während dieses Shootings passierte etwas Unerwartetes.
 

Beobachtet in der Pause

Ein paar Meter entfernt saßen fünf Bauarbeiter in ihrer Pause.
Helme lagen neben ihnen, Kapuzen waren hochgezogen.
Sie beobachteten uns eine ganze Weile.

Keine Kommentare.
Keine Zurufe.
Nur Aufmerksamkeit.

Schließlich stand einer von ihnen auf.
Der Vorarbeiter

​

Die Frage

Sein Englisch war nicht perfekt.
Meins auch nicht.

Aber das reichte.

Er fragte, ob ich auch Fotos von ihnen machen würde.
Zwischendurch.
Ohne Auftrag.
Ohne Inszenierung.

Wir unterbrachen kurz das eigentliche Shooting und nahmen uns diesen Moment.

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Kein Shooting im klassischen Sinn

Es gab keinen Aufbau.
Kein Licht.
Keine Regie.

Sie stellten sich hin, so wie sie gerade waren.
Arbeitskleidung.
Helm oder Kapuze.
Ein Blick in die Kamera.

Mehr brauchte es nicht.
 

Fünf Gesichter. Fünf Geschichten.

Die Bilder entstanden schnell – und blieben trotzdem hängen.

Müdigkeit.
Stolz.
Zurückhaltung.
Würde.

Nichts davon gestellt.
Nichts davon gespielt.

 

Danach

Ich ließ meine Visitenkarte da.
Am nächsten Tag schickte ich ihnen die Bilder.

Die Rückmeldungen kamen von italienischen und rumänischen Rufnummern.
Unterschiedliche Sprachen.
Gleiche Wertschätzung.
​

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Warum diese Bilder bleiben

Der eigentliche Auftrag war die Frau auf der Straße.
Diese fünf Porträts entstanden dazwischen.

Und genau deshalb sind sie so ehrlich.

Sie erinnern mich daran, warum ich fotografiere:
weil Fotografie manchmal genau dann passiert,
wenn man kurz vom Plan abweicht.

Diese Männer bauen mit ihren Händen die Stadt, in der wir leben.
Oft ungesehen.
Oft selbstverständlich.

​

People who work for us. Thanks.

Nicht als Aussage.
Sondern als Haltung.

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